Armwrestling - was ist das?

Im Prinzip ist Armwrestling die in reglementierte, sportliche Bahnen gelenkte Form des "klassischen Armdrückens". Das Wettkampf-Ambiente unterscheidet sich jedoch erheblich von dem, was sich bei Dämmerlicht an biergetränkten Tischen in einschlägigen Lokalitäten abspielt. Längst ist Armwrestling ein Sport geworden, bei dem ohne Ernsthaftigkeit und hartes Training kein Blumentopf mehr zu gewinnen ist. Armwrestling ist keinesfalls das stumpfsinnige Gegeneinanderdrücken überdimensionaler Arme, sondern vielmehr ein dynamischer Kampf zweier Kontrahenten, der letztendlich sicher durch die höhere Maximalkraft, aber auch durch Technik, Schnelligkeit, Bewegungsgefühl und sportliche Aggressivität entschieden wird. Diese Aggressivität ist keinesfalls gegen die Person des Gegners gerichtet, sondern, dient ausschließlich dazu, die im Regelspektrum zulässige Bewegungsfreiheit mit möglichst dynamischen Aktionen optimal zu nutzen. Um diesen Unterschied auch begrifflich klarzustellen, gab man einer international etablierten Bezeichnung "Armwrestling" den Vorzug.  Wenn in Verbindung mit Armwrestling von Kraft die Rede ist, so ist in erster Linie die Kraft der Hand und des Unterarmes gemeint. Unterstützend wirken sich jedoch auch der Bizeps, die Schulter und Brustmuskulatur und auch die Stabilität im Bauch- und Hüftbereich aus.
Von entscheidender Bedeutung ist, dass man Armwrestling erst nach eingehender Einweisung durch erfahrene Athleten betreibt, da es ansonsten unweigerlich zu völlig unnötigen Verletzungen kommen wird. Der Laie neigt erfahrungsgemäß zu anatomisch unausführbaren, das heißt gegen die natürliche Bewegungsrichtung des Gelenkes gerichteten Bewegungen, was sogar in einem Armbruch gipfeln kann. Wer die korrekten Bewegungsabläufe in einem Club gelernt hat, kann diesen wirklich faszinierenden Sport über Jahrzehnte ohne Reue ausüben.

Offizieller Wettkampftisch

Wettkampfregeln

Gekämpft wird im Stehen an einem 1,04 m hohen Tisch, was im Gegensatz zum "Armdrücken" im Sitzen eine wesentlich größere Dynamik zuläßt. Am Tisch befindet sich links und rechts je ein Haltegriff, der mit der nicht kämpfenden Hand ergriffen werden muß und der während des Kampfes auch nicht mehr losgelassen werden darf. Die Ellenbogen des kämpfenden Armes werden im sogenannten Ellenbogenpolster positioniert. Der Kampfrichter richtet die in der Daumenbeuge geschlossenen Hände über der Mittellinie des Tisches aus und achtet vor allem darauf, daß die Handgelenke beider Wettkämpfer vor dem Start gerade sind (nach Eröffnung des Kampfes dürfen die Gelenke nach Belieben gebeugt werden - sofern dies der Gegner zuläßt. Außerdem muß der Kampfrichter kontrollieren, ob die Schultern vor dem Start parallel zum Tisch stehen (auch hier ist nach dem Start freie Bewegung erlaubt, allerdings nicht weiter als bis zur Tischmitte). Ist der Kampfrichter mit der Startposition beider Athleten zufrieden erteilt er das Vorkommando "ready" und als Startsignal "go". Nun ist der Kampf eröffnet. Sieger ist, wer den Gegner mit dem Handrücken ins Polster zwingt. Obgleich die Regeln viel Spielraum offen lassen, gibt es einige Situationen, bei denen die Kampfrichter konsequent einschreiten und ggf. auch "Fouls" verteilen müssen. Bei zwei Fouls wird ein Kampf als verloren gewertet. Klassische Fouls sind: Frühstart, absichtliches Loslassen der Hand, Anheben des Ellenbogens usw.

Update: 05.02.2012

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